Ich habe die Tirade gegen Season 3 auf Heise gelesen und jetzt schlechte Laune. Insbesondere möchte ich Leute, die für sich das Label „wahre Fans“ beanspruchen und damit meinen, dass alles aussehen soll wie in den Sechzigern, packen und schütteln.

Ich bin mit TNG und TOS aufgewachsen, hab als Kind Star-Trek-Romane gelesen, bin zu Karneval als Spock gegangen. (Auf Conventions war ich nie, zu viele Menschen.) Überhaupt waren Spock und Data meine Rolemodels, weil intelligenter Außenseiter mit emotionalen Defiziten.

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Ich falle in Memory-Alpha-Löcher wie andere in Wikipedia-Rabbitholes, lese Episodendiskussionen auf Reddit, kenne den Kanon und die Plotholes und habe fast jede Folge und jeden Kinofilm mindestens einmal gesehen. Ich würde mich als Fan bezeichnen.

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Und wenn ich mir die „Kritik“ an Discovery so ansehe, dann ist ihr Kern eigentlich _immer_: die Optik. Die Klingonen sehen anders aus, die Uniformfarben sind komisch, die Sets und SFX zu modern oder (jetzt neu) ein random zwielichtiger Handelsplanet zu sehr in Star-Wars-Optik.

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Und ich glaube, _das_ ist das eigentliche Problem der Hater: Fremdenhass. Xenophobia. Es sieht anders aus, es sieht „falsch“ aus, und es teilt (deshalb?) nicht unsere Werte. Sie geben Discovery keine Chance, einfach weil sie Optik ablehnen.

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Wenn ich Sätze lese wie „bis auf Pike gibt’s in Discovery keinen Sternenflottenoffizier“, schlacker ich mit den Ohren. Haben die dieselbe Serie gesehen wie ich? Die Aufopferung der Charaktere für die Werte der Föderation? Sarus und Burnhams picardgleich inspirierende Ansprachen?

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Discovery ist diesen Werten ne ganze Ecke mehr verbunden als beispielsweise Janeway in einigen Voyager-Folgen. Und ich mag Janeway, und ich verstehe woher ihre Entscheidungen kamen. Aber Voyager hat halt LCARS-Displays, und von daher ist alles gut. Hab ich den Eindruck.

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Aber was ich den Hatern halt wirklich übel nehme, ist der Fokus auf Äußerlichkeiten. Das ist _sowas_ von daneben in jedem Wertesystem _egal_ welcher Star-Trek-Serie, die sie zu verteidigen versuchen.

Ihr seid nicht die Wächter der Werte. Ihr untergrabt sie.

Na klar hat Discovery Plotholes. Wie jede andere Star-Trek-Serie auch. (Ich muss es wissen, ich hab sie alle gesehen.) Aber die Hater ziehen Discoverys Löcher halt gern besonders ins Rampenlicht, weil sie was gegen Discovery haben. Weil sie mit zweierlei Maß messen.

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Das ist voreingenommen. Das ist ungerecht. Es macht euch zu schlechten Trekkies – und auch zu schlechten Menschen. Ja, ist schnell geschnitten und sieht modern aus und es stört euch. Aber es ist Star Trek in Bestform. Schleicht’s eich.

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@scy was mich an der Heise Kritik stört ist, dass der Autor überhaupt keine Belege anführt sondern Behauptungen als Selbstverständlichkeit darstellt.

@scy Was für ein Problem hat er mit der Prämisse? Ja, natürlich ist die Föderation ein Schatten der Vergangenheit, zumindest genau auf diesem Planeten.

Die Grundprämisse eines katastrophalen Ereignisses ist okay. Sie scheint Löcher zu haben, aber /r/DaystromInstitute hat schon schlimmere Dinger sich im Kanon schöngeredet.

@scy Und was für eine Chance, nicht alten Blutwein aus neuen Schläuchen serviert zu bekommen! Und überhaupt muss man eingestehen, dass auch bei Picard wir beim Transhumanismus angekommen sind und kaum noch Grenzen für irgendwas gelten. Mit einer Naturkatastrophe etwas kaputtzumachen und den Wiederaufbau zu erzählen? Her damit!

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